Was vor dem Design einer Website geklärt sein sollte

Design ist kein Selbstzweck. Bevor eine Website gut aussehen kann, muss klar sein, welche Aufgabe sie erfüllt und welche Inhalte sie tragen muss.

Design braucht eine Flughöhe

Der häufigste Fehler vor dem Design einer Website ist, zu früh in einzelne Layouts zu springen. Natürlich muss eine Website am Ende gut aussehen. Aber das Design erfüllt in der Regel einen Zweck: Es soll Orientierung geben, Inhalte verständlich machen, Vertrauen schaffen, Anfragen auslösen oder ein Angebot sauber erklären.

Dafür braucht es vorab eine gewisse Flughöhe. Nicht jede Unterseite muss schon fertig geschrieben sein, aber es sollte klar werden, welche Seitentypen gebraucht werden, welche Inhalte dynamisch gepflegt werden sollen und welche Teile der Website eher statisch bleiben. Eine Website besteht selten nur aus einer schönen Startseite. Sie besteht aus wiederkehrenden Mustern, Inhalten, Funktionen und Entscheidungen.

Die Startseite gibt den Ton vor

Für das Look and Feel wird trotzdem meistens zuerst die Startseite erarbeitet. Sie ist der Ort, an dem Tonalität, visuelle Richtung, Abstände, Typografie, Bildsprache und Interaktion zusammenkommen. An ihr lässt sich gut erkennen, ob ein Auftritt trägt oder nur als Einzelmotiv funktioniert.

Das heißt aber nicht, dass alle anderen Seiten egal sind. Im Gegenteil: Die Startseite muss genug über das gesamte System verraten. Wenn später Leistungen, Cases, Blogbeiträge, Kontaktformulare, Teamseiten oder Landingpages dazukommen, sollte das Design diese Seitentypen aufnehmen können, ohne jedes Mal neu erfunden zu werden.

Je mehr vorher klar ist, desto besser wird das Ergebnis

Ein Projekt kann fast immer besser vorbereitet werden. Zielgruppe, Seitenstruktur, Inhalte, Funktionen, Suchmaschinen, Pflege, Conversion und Tonalität müssen nicht alle bis ins letzte Detail abgeschlossen sein. Aber je mehr rechtzeitig bekannt ist, desto weniger muss das Design raten.

  • Welche Menschen sollen die Website verstehen?
  • Welche Inhalte werden einmalig gebaut und welche regelmäßig gepflegt?
  • Welche Seitentypen werden benötigt?
  • Welche Funktionen müssen direkt mitgedacht werden?
  • Welche Begriffe, Themen und Fragen sind für Suchmaschinen relevant?
  • Was soll nach dem Besuch der Website passieren?

Konzept ist kein starres Dokument

Die Vorbereitung kann sehr unterschiedlich aussehen: Workshop, Fragenkatalog, grober Prototyp, Moodboard, Inhaltsübersicht oder erste Startseiten-Entwürfe. Nicht jedes Projekt braucht dieselbe Methodik. Eine klassische Sitemap kann helfen, entsteht aber oft erst sinnvoll, wenn Inhalte und Seitentypen greifbarer werden.

Wireframes sind ebenfalls nicht immer der wichtigste Schritt. Häufig ist ein früher Prototyp hilfreicher, weil er schneller zeigt, wie sich Inhalte, Hierarchie und Gestaltung wirklich anfühlen. Manchmal ist auch ein erster gestalterischer Vorschlag der beste Einstieg, gerade wenn ein Kunde noch keine klare Vorstellung hat. An etwas Bestehendem lässt sich oft präziser reagieren als an abstrakten Fragen.

Gutes Design ist nicht nur Geschmack

Natürlich spielt Geschmack eine Rolle. Eine Website muss zum Unternehmen passen und darf eine klare Haltung haben. Trotzdem ist gutes Webdesign nicht nur eine Frage von schön oder nicht schön. Ohne Struktur wird selbst ein starkes Layout schnell unbenutzbar.

Am Ende geht es darum, aus vielen losen Informationen ein System zu bauen: ein Einstieg, eine Dramaturgie, wiederkehrende Seitentypen, verständliche Inhalte und technische Pflege. Wenn diese Grundlage stimmt, kann Gestaltung viel freier arbeiten, weil sie nicht kaschieren muss, was vorher ungeklärt blieb.

FAQ

Die häufigsten Fragen zum Thema.

Braucht man vor dem Design schon alle Texte?

Nein. Alle finalen Texte müssen nicht fertig sein. Wichtiger ist, die Umfänge und Inhaltstypen zu kennen: Welche Seiten brauchen viel Erklärung, wo reichen kurze Einstiege, welche Inhalte werden später regelmäßig gepflegt?

Was ist wichtiger: schönes Design oder klare Struktur?

Beides gehört zusammen. Gutes Design ist ohne vernünftige Struktur schwer nutzbar. Eine klare Struktur allein wirkt aber schnell trocken, wenn Gestaltung, Tonalität und Interaktion nicht mitziehen.

Wie lange dauert die Konzeptphase?

Das hängt stark vom Projekt ab. Bei vielen Websites sind Konzept, Design, Prototyp, Reinzeichnung und erste technische Version jeweils eher Wochenaufgaben. Danach folgen Ausarbeitung, Feedback, Inhalte, Tests und der Weg bis zum Livegang.

Kann man eine bestehende Website erst analysieren statt direkt neu bauen?

Ja. Gerade bei bestehenden Seiten ist eine Analyse oft sinnvoll. Dabei wird sichtbar, welche Inhalte funktionieren, wo Struktur fehlt, welche Technik bremst und ob ein Relaunch wirklich nötig ist oder eine gezielte Überarbeitung reicht.

Warum reicht ein Moodboard nicht als Website-Konzept?

Ein Moodboard zeigt eine Richtung, aber noch keine Website. Es beantwortet nicht, welche Inhalte wie geführt werden, welche Seitentypen gebraucht werden, wie Pflege funktioniert oder welche Aufgabe einzelne Bereiche erfüllen.

Website noch vor dem Design sortieren?

Dann klären wir Ziele, Inhalte, Struktur und Funktionen, bevor Gestaltung zur reinen Geschmackssache wird.

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